Die Ui-Mundart

Auch in meiner Kindheit wurde in der Familie und im Ort Falkenstein die „Ui-Mundart“ gesprochen.
Mehrere Seiten und Artikel im Internet und auch in Büchern beschäftigen sich neuerdings wieder mit diesem Dialekt. Hört man jemandem in dieser Sprache sprechen, so kann man ein vertrautes Heimatgefühl, das dabei aufkommt, nicht leugnen.
Dialekt sprechen ist immer ein Gefühl, bei dem ich Geborgenheit und Wärme verspüre. Dazu nun ein Beispiel aus Falkenstein. Das Gedicht stammt von Anna Richter und wurde 1965 verfasst. Mit freundlicher Genehmigung der Familie Richter darf ich dieses Gedicht hier aufschreiben und vortragen.

Jo der Fokastoana Wei(n)

Jo der Fokastona Wei(n)
muiß gonz wos außagwendlichs sei(n),
sunst tatn nit de Monna
goa so gern in Kölla gehn.

Des ers(ch)te Glasl trinkans gegan Durst,
zum zweiten essens gern a Stickl Wurscht,
mitn drittn tans in Kumma owischoam
und nochn viertn gengans no nit hoam.

Kimmt a guita Freind dazua
is vom Hoamgehn goa koa Gspua,
der kriagt a a Glasl von dem guidn Wei(n),
denn mitn Durscht soi koana ausn Kölla gehn.

Do wird kost und a vaglicha
und zum Nochban no in Kölla gschlicha.
Sitzns donn recht gmiatli und dischkrian,
sogns: Wern unsre Weiwa heit nit resoniern.
Des guide is, daß de Weiwa nix vastehngan von dem Wei(n),
sunst dadns a no gern mit uns in Kölla gehn.

Kemmans donn a wengal späta hoem,
sogns zu das Muida:
Du vastehst vom Wei(n) an Schmorrn.
Schau nit goa so gifti drei(n),
söi i denn in fünf Minuten mit da Kölla-Orwat fiati sei(n)?

Zum Hinhören und vielleicht auch Verstehen des Textes hier dazu die Hörprobe.