Nächtlicher Geist

Bist du schon einmal mit kalten Zehen ins Bett gegangen? Das Einschlafen wird in dem Unwohlzustand dieser Körperteile unmöglich. Man wälzt sich herum, rafft an der Bettdecke, versucht diese und jene Schlafposition, jedoch das Hinübergleiten in die Gefilde des Entschlummerns will nicht gelingen. Selbst ein nebenan anwesender Schläfer wird gestört und sogar aus seinen Träumen gerissen.
Immer wieder ist es mir in diesem so unsäglichen Zustand passiert, dass nun die Gedanken zu kreisen beginnen. Alle möglichen Lasten des Alltags kommen hoch, sind zunächst nur unwesentliche Probleme, schwingen sich aber anschließend zu ungeahnten Höhen und gewinnen an Schwere. An diese Grundgedanken binden sich nun Umwegs- und Zwischenüberlegungen sowie Lösungsmöglichkeiten.
Und auf einmal blitzt es! Ein Kurzweilstern ist aufgegangen.
Da kommt der Einfall – das ist es, so geht es, wieso fiel mir das nicht gleich ein! Es ist so quasi ein Genieblitz, Mutter Natur ist gnädig und erweist sich meiner unwissenden Kreatur würdig. Nun sprudeln die Einfälle nur so hervor, die Neuronen beginnen zu glühen – an Schlaf ist jetzt nicht mehr zu denken.
In einem Seminar tauchte diesbezüglich von einem Teilnehmer eben diese Frage auf, was man tun soll, wenn man mitten in der Nacht nicht schlafen kann. Die Leiterin der Veranstaltung meinte ohne lange zu überlegen: Stehen Sie doch aus dem Bett auf und beginnen Sie zu arbeiten!
So halte ich mich auch oft an diese Anregung, nehme Zettel und Stift zur Hand und notiere die so gewinnbringenden Gedanken der schlaflosen Nacht.
Und ich sage euch – danach bin ich meistens gleich eingeschlafen und – ich war am Morgen sehr erstaunt, was einem so ein nächtlicher Geist alles mitteilt.

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